Omnibus: Status der Nachhaltigkeitsberichterstattung
Omnibus I (Richtlinie (EU) 2026/470) vereinfacht CSRD und CSDDD: wer künftig berichtspflichtig ist und welche Rolle der freiwillige Standard VS für KMU spielt.
Aktualisierung (13.10.2026): Der Value Chain Cap gilt für Wertschöpfungskettenpartner mit bis zu 1.000 Beschäftigten (nicht 500). Die Obergrenze richtet sich nach dem Voluntary Standard (VS 2026), nicht nach dem alten VSME-Standard. Zudem dürfen nur die als 'necessary' deklarierten Datenpunkte für die jeweilige Unternehmensgröße erhoben werden; Kleinstlieferanten (<10 Beschäftigte) dürfen zu keinerlei Umweltdaten verpflichtet werden. Die Bezeichnung VSME ist laut eigenem Aktualisierungshinweis des Artikels überholt und durch VS 2026 ersetzt. Der Fließtext verwendet dennoch weiterhin durchgehend 'VSME-Standard' statt 'VS 2026'. Der Value Chain Cap gilt nicht für Klimarisikomanagement, freiwillige Datenweitergabe, Sorgfaltspflichten nach CSDDD und Datenerhebung zu anderen legitimen Zwecken als Berichterstattung. Diese praxisrelevanten Ausnahmen fehlen im Artikel. Mehr dazu: Value Chain Cap Lieferanten ESG Daten KMU – Regeln & Praxis.
Aktualisierung (12.10.2026): Dieser Beitrag wurde an die beschlossene Omnibus-I-Richtlinie (EU) 2026/470 angepasst. Der freiwillige Standard (VS) ist seit dem 24.09.2026 als Delegierte Verordnung (EU) 2026/1560 in Kraft und löst die VSME-Empfehlung (EU) 2025/1710 ab, die seitdem keine Rechtswirkung mehr hat. Er bleibt freiwillig für Unternehmen, die nicht unter die CSRD fallen. Mehr dazu: VS-Standard, EU AI Act, Nachhaltigkeitsbericht: KI-Pflichten….
Stand: 12.10.2026. Erstfassung vom Februar 2025 zum damaligen Vorschlag der Kommission; Zahlen und Fristen jetzt nach der beschlossenen Richtlinie (EU) 2026/470.
Kurz beantwortet
Die Omnibus-Initiative der EU-Kommission vereinfacht die Nachhaltigkeitsregulierung (CSRD, CSDDD, EU-Taxonomie). Ziel ist es, die bürokratische Belastung vor allem für KMU zu senken. Die Omnibus-I-Richtlinie (EU) 2026/470 ist seit dem 18.03.2026 in Kraft: Die CSRD gilt künftig nur noch für Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. € Umsatz, die CSDDD nur noch ab mehr als 5.000 Beschäftigten und mehr als 1,5 Mrd. € Umsatz, anzuwenden ab dem 26.07.2029. Deutschland hat die CSRD bisher nicht umgesetzt; die Frist für den CSRD-Teil von Omnibus I endet am 19.03.2027.
Was ist die Omnibus-Initiative?
Omnibus ist eine Gesetzesinitiative der Europäischen Kommission, die mehrere regulatorische Anforderungen gemeinsam vereinfacht. Kern ist die Richtlinie (EU) 2026/470 vom 24.02.2026: Sie ändert die Bilanzrichtlinie, die Abschlussprüfer-Richtlinie, die CSRD und die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD). Die Taxonomie-Offenlegung wurde parallel mit der Delegierten Verordnung (EU) 2026/73 vereinfacht. Ziel: weniger Bürokratie, mehr Wettbewerbsfähigkeit.
Welche Änderungen ergeben sich für KMU?
- Die CSRD-Pflicht gilt künftig nur für Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. € Umsatz – beide Werte müssen überschritten sein. Alle anderen liegen außerhalb des Anwendungsbereichs.
- Die bisherigen Regeln gelten für Geschäftsjahre von 2024 bis 2026, die neuen Schwellen damit ab dem Geschäftsjahr 2027.
- Große Unternehmen dürfen von Partnern mit bis zu 1.000 Beschäftigten für ihre CSRD-Berichterstattung nur noch die Datenpunkte aus Anhang II des freiwilligen Standards (VS) verlangen – für Geschäftsjahre ab dem 01.01.2027 (Delegierte Verordnung (EU) 2026/1560). Das soll den „Trickle-Down-Effekt" in Lieferketten mindern. Banken und Investoren sind nur ermutigt, sich daran zu halten.
Wer ist ab wann berichtspflichtig?
Die Pflichten konzentrieren sich auf große Unternehmen (mehr als 1.000 Beschäftigte und mehr als 450 Mio. € Umsatz), die nach den ESRS berichten; die überarbeiteten ESRS (Delegierte Verordnung (EU) 2026/1563) sind ab dem Geschäftsjahr 2027 anzuwenden. Schon die „Stop-the-clock"-Richtlinie (EU) 2025/794 hatte die Pflichten der zweiten Welle auf Geschäftsjahre ab 2027 und die der dritten Welle auf Geschäftsjahre ab 2028 verschoben. Unternehmen der „Welle 1" (berichtspflichtig für Geschäftsjahre ab 1.1.2024), die unter den neuen Schwellen liegen, dürfen die Mitgliedstaaten für 2025 und 2026 befreien. In Deutschland ist die CSRD noch nicht umgesetzt; hier gelten bis dahin die Regeln zur nichtfinanziellen Erklärung im HGB weiter.
Warum diese Änderungen?
Die Vereinfachungen sollen die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen stärken, Komplexität und Compliance-Kosten senken und gleichzeitig die Ziele des Europäischen Grünen Deals wahren.
Was heißt das für KMU?
Auch wenn die Pflicht entfällt: Die Nachfrage nach ESG-Daten aus Lieferketten und von Banken bleibt. Der freiwillige Standard (VS) ist genau dafür gemacht – als freiwilliger, schlanker Rahmen, seit dem 24.09.2026 als Delegierte Verordnung (EU) 2026/1560 in Kraft. Wer vorbereitet ist, kann solche Anfragen schneller beantworten.
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Häufige Fragen
Was ist die EU-Omnibus-Initiative?
Eine Gesetzesinitiative der EU-Kommission, die mehrere Nachhaltigkeitsregelungen (CSRD, CSDDD, EU-Taxonomie) bündelt und vereinfacht, um die Bürokratie vor allem für KMU zu reduzieren.
Fallen KMU durch Omnibus aus der CSRD-Pflicht?
Nach den Vorschlägen sollen Unternehmen mit bis zu 1.000 Mitarbeitenden und unter 50 Mio. € Umsatz außerhalb des verpflichtenden CSRD-Anwendungsbereichs liegen – das betrifft rund 80 % der ursprünglich erfassten Unternehmen.
Bleibt der VSME-Standard durch Omnibus relevant?
Ja. Große Unternehmen sollen von kleinen Zulieferern keine Daten über die freiwilligen VSME-Standards hinaus fordern dürfen – der VSME wird damit zum maßgeblichen Rahmen für KMU in Lieferketten.
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Hinweis: Dieser Artikel ist eine fachliche Orientierung, keine rechtliche, steuerliche oder prüferische Beratung. Anforderungen aus VSME/VS, CSRD und ESRS entwickeln sich weiter und unterscheiden sich je nach Mandat. Maßgeblich sind die jeweils geltenden Standards und die Einschätzung im konkreten Einzelfall.