Der VS-Standard: Nachfolger von VSME — und was er für Ihre Mandate bedeutet
Aus dem freiwilligen VSME-Standard der EFRAG wird der Voluntary Standard (VS): EU-rechtlich verankert als delegierter Rechtsakt. Für Beratungen, die KMU-Mandate begleiten, ändert das wenig an der Methodik — aber viel an der Verbindlichkeit. Dieser Überblick ordnet ein, was bleibt, was neu ist und worauf es jetzt ankommt.
Von VSME zu VS — ein Standard-Strang
Die EFRAG hat den VSME (Voluntary Standard for non-listed SMEs) als freiwilligen Berichtsstandard für nicht börsennotierte KMU entwickelt. Die EU-Kommission hat ihn empfohlen und überführt ihn als delegierten Voluntary Standard (VS) in eine rechtlich verankerte Form. In Quellen kursieren „VSME", „VS 2026" und „VS 2027" — gemeint ist derselbe Strang. Für die Praxis heißt das: Wer heute sauber nach VSME arbeitet, ist auch für den VS aufgestellt.
Der Value-Chain-Cap: Pflicht und Schutzschild
Das wichtigste Element für KMU ist der Value-Chain-Cap. Große, CSRD-berichtspflichtige Unternehmen dürfen von KMU-Zulieferern maximal die VSME-Datenpunkte verlangen — Anfragen darüber hinaus dürfen KMU ablehnen. Das hat eine Doppelwirkung:
- Pflicht: Wer als Zulieferer liefern will, muss die VSME-Angaben befüllen können.
- Schutz: Mehr als die VSME-Datenpunkte muss niemand liefern — ein klar abgegrenztes Pflichtenheft.
Für Ihre Beratung ist der Cap ein gutes Verkaufsargument: ein definierter, verkaufbarer Leistungsumfang statt einer offenen ESG-Baustelle.
Banken sind der unmittelbarste Treiber
Auch wenn die direkte Berichtspflicht für viele KMU gekappt wurde: Die Nachfrage entsteht trotzdem — über Banken und Großkunden. Die EBA-Leitlinien verpflichten Banken, ESG-Risiken ihrer Kreditnehmer systematisch zu erfassen. In der Praxis landet diese Abfrage beim KMU, und das KMU sucht jemanden, der die Daten liefert. Genau hier setzt die Beratung an.
Basic und Comprehensive — die Struktur
Der Standard gliedert sich in Basis-Module (B1–B11) als Pflicht-Minimum und Comprehensive-Module (C1–C9) für vertiefte Angaben, wie sie Banken, Investoren und Großkunden verlangen. etaESG hinterlegt beide Modul-Ebenen vollständig — inklusive der Klimarisiko-Angaben (C4). So sehen Sie pro Mandat genau, was Basic verlangt und wo Comprehensive sinnvoll ist.
Wie etaESG den VS-Standard abdeckt
etaESG bildet die VSME-/VS-Datenpunkte 1:1 ab und verbindet sie mit der CO₂-Bilanz nach GHG Protocol, der doppelten Wesentlichkeit und dem Klimarisiko-Standortprofil. Ergebnis ist ein prüf- und bankfester Bericht mit durchgängigem Audit-Trail — für Ihr ganzes Mandantenportfolio in einem Werkzeug, statt 25 Excel-Inseln.